Peter Noever / SeppMüller / Michael Embacher: Modell CAT 2000
CAT - Contemporary Art Tower
Das CAT-Projekt wurde vor dem Hintergrund der provisorischen Adaptierung von 2 der 9 Stockwerke des Gefechtsturms im Arenbergpark als Gegenwartskunstdepot des MAK seit 1995 entwickelt. Das Hauptziel besteht darin, diesen Ort mit seinen düsteren historischen Konnotationen in ein offenes, lebendiges Zentrum für Gegenwartskunst und Neue Medien umzugestalten, das den komplexen Anforderungen zeitgenössischer künstlerischer Produktion entspricht.
Mit seiner massiven Stahlbetonkonstruktion und den außergewöhnlichen Dimensionen des nutzbaren Raums bietet der Gefechtsturm im Arenbergpark ideale Voraussetzungen, um den Dialog zwischen Künstlern und Publikum zu fördern: So wird die direkte Konfrontation mit vor Ort entstanden Werken ermöglicht und dadurch ein größeres Verständnis für zeitgenössische Kunst erreicht.
Sowohl die Produktion als auch die Präsentation der Kunstwerke wird öffentlich zugänglich; somit wird CAT zu einem Ort des unmittelbaren Dialogs zwischen dort tätigen Künstlern und Besuchern. Durch diese Art des Austauschs entwickelt sich ein Laboratorium, in welchem Positionen zeitgenössischer Kunst neu ausgelotet werden. So entsteht im Laufe von zehn bis fünfzehn Jahren eine Sammlung, die einzigartig für Wien sein wird, da ihr Hauptanliegen die Verwirklichung künstlerischer Positionen vor Ort ist und nicht den Ankauf bestehender Kunstwerke zum Ziel hat.
Der bisher funktionslose Ort soll geöffnet und in das städtische und soziale Leben Wiens integriert werden. Das Projekt, das unterschiedlichste Zugänge und Kunstformen umfasst, soll Studios, Workshops, eine "Kitchen" und verschiedene informelle Treffpunkte für neue und traditionelle Medien bieten, weiters ein Auditorium, Ausstellungs-flächen, Restaurants, ein Café und eine Bar auf dem Dach des Gebäudes. Zusätzlich soll an der Westseite (Anmerkung der Websiteredaktion: wurde auf Südseite geändert), ein Medien- und Versorgungsturm errichtet werden, dessen fragile und transparente Konstruktion bewusst der abweisenden und bedrohlichen Schwere des Hauptturms entgegengesetzt wird. Jenny Holzer und James Turrell haben speziell für den Gefechtsturm künstlerische Interventionen entwickelt, die zu einem bleibenden Teil der architektonischen Struktur werden.
Jenny Holzer positioniert an der Spitze des Medien- und Versorgungsturms einen "Suchscheinwerfer", der das Publikum durch Laser auf aktuelle Aktivitäten und Veranstaltungen im CAT aufmerksam macht. Vom oberen Teil der Konstruktion werden Texte und Bilder auf das Gebäude projiziert. Darüber hinaus sieht Jenny Holzer ein 90 m hohes elektronisches Schriftband vor. Dieses dient als Sender für Kunst, Informationen und Nachrichten und macht den Gefechtsturm gleichermaßen zu einem urbanen Zentrum für die "Vermittlung von Tatsachen und Ideen".
James Turrell baut auf einer der vier Plattformen des Flakturms einen Skyspace, in dem die Besucher den Raum zwischen Himmel und Erde als materialisiertes Farbfeld wahrnehmen und die sonst nicht fassbare Entfernung als überwunden empfinden können. Für die bestehenden öffnungen in den Außenmauern des Gefechtsturms hat James Turrell eine aus blauem Licht bestehende Installation geplant - ein Vorhaben, das auf die Lichtverhältnisse des urbanen Raumes reagiert.
Peter Noever
http://www.mak.at/aussenstellen/cat.html
Heavens Gift - Auszug aus Buch zu CAT Projekt