Halbwahrheiten und ihre Fakten
Immer wieder wird von Seiten der Betreiber und Befürworter des CAT - Projektes versucht, mit Halbwahrheiten und Unwahrheiten die zu erwartenden Probleme klein oder schön zu reden. Einige davon listen wir nachstehend, mit den korrekten Ergänzungen, auf:
1) Das CAT - Projekt bringt keine erhöhte Besucherfrequenz, da diese Art der modernen Kunst nur wenige anspricht. Daher wird es auch kein erhöhtes Verkehrsaufkommen geben.
Fakt ist, dass ein Gastronomiebereich am Dach mit einem Restaurant, einer Bar und einem Cafe, mit über 300 Sitzplätzen geplant ist!
Fakt ist, dass zusätzlich die ersten beide Etagen des Flakturms kommerziell für Clubbings und Events genutzt und vermietet werden sollen. Nachzulesen in der CAT - Projektbeschreibung „heaven‘s gift“.
Dies wird seitens MAK, bei diesem Argument der Beschwichtigung, gerne vergessen.
Eine umfangreiche Gastronomieszene und Clubbings haben nichts mit „Kunst“ zu tun und bringen eine enorme An- und Abreisefrequenz, die in einer dicht bebauten Wohngegend nichts zu suchen hat und keinesfalls zu akzeptieren ist.
2) Es findet eine sanfte Belebung des Parks und seiner Umgebung statt ohne dabei die hohe Lebensqualität zu stören. (PR Artikel der Kultursprecherin der Grünen Wien und Gemeinderätin, Marie Ringler)
Fakt ist, dass ein Park bereits durch seine Widmung als Parkanlage entsprechend belebt ist. Jegliche andersartige Belebung (z.B. Events, Clubbings,. . .) widerspricht der vereinbarten Flächenwidmung. Einer Vereinbarung und Zusage der Politiker und Stadtplaner den Bewohnern gegenüber.
Wir sind gegen einen zweiten „Hot-Spot“, parallel zum Hundertwasser Haus. Dies war der ursprüngliche Wunsch von Bezirksvorsteher Erich Hohenberger.
3) Urbaner Raum ist Raum der Veränderung. Es gibt kein Anrecht auf Kontinuität. (ein beliebtes Argument von Peter Noever)
Fakt ist, dass der urbane Raum der Lebensraum der Menschen ist. Der Menschen die sich ein den Bedürfnissen entsprechendes Umfeld schufen. Hierzu wurden, im Zuge der Stadtentwicklung, unterschiedliche Arten der Flächenwidmung geschaffen. Und da der Mensch auch Rückzugsmöglichkeiten und Erholungsräume benötigt wurden eben auch verkehrsberuhigte Wohngegenden und Parkanlagen gewidmet. Der Arenbergpark und sein Umfeld erfüllen dies seit Jahrzehnten auf eine vorbildhafte und einzigartige Art. Es besteht keinerlei infrastrukturelle Notwendigkeit oder ein Ausnahmezustand, der es notwendig macht Teile des Arenbergpark in eine überdimensionale Gastronomie-, Clubbing- und Event-Kulturszene zu verwandeln.
In diesem dicht bebauten Lebensraum ist kein Platz für eine Event-Kultur und/oder Clubbing-Szene. Wir fordern unsere verantwortlichen Politiker auf, im Sinne dieser bestehenden Flächenwidmungen zu handeln und das funktionierende soziale und kulturelle Gefüge nicht zu zerstören.
4) Es werden keine Bäume gefällt. (dies wird von allen Projekt-Befürwortern argumentiert)
Fakt ist, dass lt. vorgesehener Flächenwidmung für den umzuwidmenden Parkbereich ein platzartiger Charakter und Fluchtraum geplant ist. Wenn im Zuge dieser Baumaßnahmen eine Fällung von Bäumen notwendig erscheint, dann „muss“ der Bezirk hierzu die Erlaubnis erteilen - er muss, gemäss dem Baumschutzgesetz, dem übergeordneten Interesse entsprechen!
Das Argument der verpflichtenden Ersatzpflanzungen ist ebenso unrichtig, da die Stadt Wien von dieser Regelung ausgenommen ist. Abgesehen davon, interessieren uns keine Ersatzpflanzungen. Unser Ziel ist die Erhaltung unserer Grünflächen.
Wenn eine Flächenumwidmung in irgend einer Art und Weise statt finden soll, dann muss die Erhaltung der Grünflächen und deren Bäume schriftlich und gesetzlich garantiert werden.
5) Der Versorgungsturm nützt sinnvoll den für die öffentlichkeit nicht zugänglichen Parkteil, der zur Zeit eine ungenützte und zubetonierte Abstell- und Lagerfläche des Stadtgartenamtes ist. (Ständiges Argument seitens Peter Noever, SPö Bezirksvorstehung und Wiens Kultursprecherin der Grünen, Marie Ringler)
Fakt ist, dass dieser Teil den Parkbenützern vor einigen Jahren mit dem Argument weggenommen wurde, dass das Stadtgartenamt einen Platz zur Pflanzenaufzucht benötigt. Wenn wir dem nicht zustimmen, dann kommt an dieser Stelle der Fußballhartplatz, der zugunsten des Stadtgartenamtes innerhalb des Parks verlegt werden muss. Begründung lt. Bezirksvorsteher: Es gibt keinen anderen Platz dafür.
Es ist ein ausserordentlicher Zynismus, dass diese Fläche zuerst weggenommen wurde und jetzt als Argument dafür dient, dass diese sowieso nicht als Park benützt wird. Jetzt ist es plötzlich möglich, das Stadtgartenamt ausserhalb des Parks unterzubringen.
Es entspricht zudem nicht der Wahrheit wenn von einer zubetonierten Fläche gesprochen wird. Auf diesem Areal stehen mehrere über 60 Jahre alte Bäume, zahlreiche Sträucher und eben die Grünpflanzenaufzucht. Der Bezirksvorsteher hat seinerzeit argumentiert, dass mit der Nutzung der MA 42 in diesem Bereich mehr Grün und Ruhe entstehen würde, als im Rest des Parks!
6) Der Versorgungsturm ist die einzige Möglichkeit auf das Dach zu kommen.
Fakt ist, dass sich im Inneren des Flakturms zwei Transport-Aufzugsschächte und mehrerer Stiegenhäuser befinden, die auch einen Zugang zum Dach ermöglichen.
Der Flakturm ist sehr wohl von innen her zu erschließen. Dies ist auch in Peter Noevers CAT Projektbeschreibung „heaven‘s gift“ nachzulesen.
7) Der Versorgungsturm wird für die Unterbringung der Bürocontainer benötigt.
Fakt ist, dass - sofern die Büroräume trotz entsprechender Massnahmen nicht im Turminneren unterzubringen sind - vier Bürocontainer keinen beinahe 100 Meter hohen Turm benötigen. Wir kennen jedenfalls keine Baustelle die für ihre Bürocontainer so eine Lösung vorsieht.
Es besteht baulich keine Notwendigkeit für einen Versorgungsturm.
8) Die BÜRGERINITIATIVE ist gegen Kunst und Kultur.
Fakt ist, dass wir sehr wohl für Kunst-Kultur sind. Aber wir sind gegen eine Event-Kultur, die gnadenlos und kompromisslos in ein dicht bebautes Wohngebiet implantiert werden soll. Wobei man glaubt, unter dem Titel „weltweit akklamiertes Kunstereignis“ und „Mahnmal“ jeden Widerstand mundtot machen zu können. Es ist weder eine Versorgungsturm zur Erschließung notwendig noch eine überdimensionale Gastronomie am Dach. Ebenso hat eine Clubbing- und Event-Szene nichts mit Kunst zu tun. Die dermaßen offensichtlich kommerzielle Event-Kultur des CAT- Projektes, stellt somit die vorgebliche ethische Zielsetzung des CAT Projektes ins Abseits.
Diese Art der Kultur ist untragbar und darf keinesfalls zur Realisierung gelangen. Die Flaktürme müssen, wenn überhaupt, „friedlich“ und vor allem im Einklang mit deren Umfeld genützt werden.