| Zur Navigation springen | Zum Inhalt springen |

Der Arenbergpark und seine Flaktürme

Die BÜRGERINITIATIVE „Rettet Arenbergpark“ wehrt sich gegen die als Kunstprojekt getarnte Eventlocation „CAT - Contemporary Art Tower“.

Der Arenbergpark

Der Arenbergpark ist eine Parkanlage im dritten Wiener Gemeindebezirk Landstraße und wurde ursprünglich 1785 von Nikolaus I. Joseph Fürst Esterházy angelegt. Die Gemeinde Wien kaufte den Park am 11. Mai 1900 letztendlich von Prinzessin Franziska Arenberg, ließ die Randbereiche des Parks verbauen und legte neue Straßen an. Von der ursprünglichen Parkanlage blieb auch ein achteckiger Pavillon der heute, in der warmen Jahreszeit, als Schanigarten-Kaffeehaus genutzt wird.

Grünoase und architektonisches Juwel

Der Arenbergpark gehört mit seinen Straßenzügen, zu den besterhaltensten architektonischen geschlossenen Ensembles der Wiener Gründerzeit. Nicht nur wunderschöne Jugendstil- und Gründerzeithäuser sind hier zu finden, sondern vor allem über 100 Jahre alte Bäume, sichere Kinderspielplätze, Ruhebereiche und Liegewiesen, die von Besuchern aller Altersstufen aus den unterschiedlichen Kulturen friedlich genutzt werden. - Dies gehört geschützt.

Die Flaktürme

Die in Deutschland und österreich in den Jahren 1942 bis 1944 errichteten Flaktürme gehören zu den größten Bunkerbauten Europas. Lediglich die sechs Flaktürme in Wien blieben in ihrer ursprünglichen Anlage vollständig erhalten und lassen heute noch Rückschlüsse auf ihre strategische Positionierung und die Methodik der Abwehr bzw. des Luftschutzes zu.

Der quadratische und größere Gefechtsturm des Arenbergpark hat eine Seitenlänge von 47m im Hauptbau, 57m im vorspringenden Unterbau und erreicht mit seinen neun Geschossen eine Gesamthöhe von 42m. Er diente auch als Luftschutzbunker und verfügt über mehrere Treppenhäuser und zwei Liftanlagen. Einerseits um die Zivilbevölkerung aufzunehmen, andererseits auch, um dem Bedienungspersonal einen rascheren Zutritt zu gewährleisten.

Die Nutzung des Flakturm

Die seit 1945 immer wiederkehrende Diskussion, wie mit den Flaktürmen umzugehen sei, was mit ihnen geschehen soll oder kann, wurde im heurigen Jahr erstmals in Form der vorgesehenen Flächenumwidmung des relevanten Parkteiles auf „Sondergebiet Kultur“ konkretisiert. Ein Vorhaben das nicht nur eine BÜRGERINITIATIVE zur Rettung des Arenbergpark und der Lebensqualität seiner Anrainer ins Leben rufte, sondern auch ein sehr breites Medienecho bewirkte.

Bereits seit 1995 präsentiert sich die Gegenwartskunstsammlung des MAK, auf einer Gesamtfläche von 1.400m² im Gefechtsturm Arenbergpark auf einer friedlichen und ruhigen Art und Weise. Mit dem nun folgenden Projekt „CAT - Contemporary Art Tower“ soll eine Transformation des Flakturms in ein Zentrum zeitgenössischer Kunst erfolgen. Wobei die Philosophie Peter Noever - „Kunst muss Strukturen zerstören. Gnadenlos und kompromisslos in den öffentlichen Raum treten.“ - im Vordergrund steht.

Die Ausbaupläne und Nutzung des MAK

„Das äußere Erscheinungsbild des Baus – der unzerstörbare, monolithische Bunker – in all seiner Rohheit und Brutalität soll erhalten und als Mahnmal des Niemals Vergessen dienen“, so Peter Noever. Jedoch ist aus seinem Buch „heaven‘s gift“ und dem Erläuterungsbericht der MA 21 folgendes nachzulesen:

- Bau eines 61m hohen Versorgungsturms mit Büroräumen, Liftanlagen und Stiegen;- mit Aufbau auf ca. 100m Höhe als Medienturm; - mit einer 90 Meter hohen Leuchtschrift;- Restaurant, Café sowie Bars am Dach mit über 300 Sitzplätzen (ca. 1.800m²);- Nutzung als Clubbing und Eventlocation der ersten beiden Stockwerke (ca. 1.400m²);- diverse Lichtinstallation und Projektionen am gesamten Flakturm;- Errichtung eines Vorplatzes (Hier könnten lt. Widmung alle Bäume gefällt werden!)- fremdenverkehrsfördernd und vieles mehr . . .

Die untragbaren Folgen

Es ist weder eine Versorgungsturm zur Erschließung notwendig, denn der Bunker ist bereits im Inneren erschlossen, noch eine überdimensionale Gastronomie am Dach. Ebenso hat eine Clubbing- und Event-Szene, die sich über zwei Stockwerke ziehen soll, nichts mit Kunst zu tun. Die dermaßen offensichtlich kommerzielle Event-Kultur des CAT- Projektes, stellt somit die vorgebliche ethische Zielsetzung des CAT Projektes ins Abseits.

Es würden dadurch unverhältnismäßig viele Personen den Arenbergpark wegen der Event- und Gastronomie-Szene und nicht wegen der einzigartigen Ruheoase aufsuchen. Diese „falsche“ Mehrbelastung würde das aktuelle Klima und soziale Gefüge nicht vertragen und somit zerstören. Mit den anonymen „Massen“ besteht die Gefahr der Bettler, Diebe, Suchtszene und vieles mehr . . . Das alles hat in einem dicht bebauten Lebens- und Wohnraum keinen Platz.

Die Bedeutung des Arenbergpark für die Bevölkerung

Der Park dient, inmitten des dicht verbauten Wohngebiets, als ein unverzichtbares Naherholungsgebiet der Wiener. Die BÜRGERINITIATIVE „Rettet Arenbergpark“ ist offen für Kunst-Kultur, aber strikt gegen Event-Kultur. Es besteht keinerlei infrastrukturelle Notwendigkeit oder ein Ausnahmezustand, der es notwendig macht Teile des Arenbergpark in eine überdimensionale Gastronomie-, Clubbing- und Event-Kultur zu verwandeln.

Eine Event-Kultur die gnadenlos und kompromisslos inmitten eines dicht bebauten Wohngebiets implantiert werden soll. Wobei man glaubt, unter dem Titel „weltweit akklamiertes Kunstereignis“ und „ Mahnmal“ jeden Widerstand mundtot machen zu können.

Es hat sich hier seit Jahrzehnten ein einzigartig funktionierender Lebens- und Wohnraum entwickelt. Darauf können wir Wiener und die hierfür verantwortlichen Politiker stolz sein. Das darf nicht gnadenlos und skrupellos zerstört werden. Es muss kompromisslos geschützt werden!

Diese Art der Kultur ist untragbar und darf keinesfalls zur Realisierung gelangen. Die Flaktürme müssen, wenn überhaupt, „friedlich“ und vor allem im Einklang mit deren Umfeld genützt werden. - Unterstützen Sie uns mit Ihrer Stimme auf www.rettet-arenbergpark.at

Walter Hanzmann
PR-Spreche der BÜRGERINITIATIVE Wien
im September 2009

Arenbergpark Bilder

Bezirksmuseum: http://cm.wvnet.at/input/museum_gold-silber/page.asp/731.htm